5. Informationsvermittlung durch medizinische Fachjournale

Selbst in international hoch angesehenen medizinischen Fachzeitschriften sind nichttransparente medizinische Statistiken, wie zum Beispiel relative Risikoangaben ohne Basisraten-Benennung, verbreitet.

Diese Fachzeitschriften dienen sowohl Ärzten, also auch der Fachpresse und den Medien als Inforrmationsgrundlage.

Nuovo, Melnikow und Chang analysierten 359 Artikel, welche in Annals of Internal Medicine, British Medical Journal (BMJ), Journal of the American Medical Association (JAMA), The Lancet sowie The New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden und über die Ergebnisse von randomisierten Trials berichteten. Lediglich 25 Prozent der Artikel lieferten absolute Risikoangaben, während 14 von den 25 Artikeln die Anzahl der Patienten angaben, die behandelt werden müssen, damit sich der Effekt bei einer Person zeigt (number needed to treat). Dieselben Fachzeitschriften, sowie das Journal of the National Cancer, wurden 2003/2004 noch einmal analysiert. Auch hier enthielten von den diesmal 222 untersuchten Artikeln 73 immer noch keine absoluten Risikoangaben. Eine Analyse des BMJ, JAMA und The Lancet aus den Jahren 2004 bis 2006 ergab außerdem, dass in ca. der Hälfte aller Artikel weder absolute Risikoangaben noch andere transparente Häufigkeitsangaben dargestellt wurden. In derselben Untersuchung zeigte sich überdies, dass, sofern Nutzen und Nebenwirkungen von Behandlungen berichtet wurden, hierzu in 1 von 3 Artikeln „mismatched framing“ genutzt wurde. Diese Methode ist sehr bedenklich, da hierbei der Nutzen in einem anderen Risikoformat als die Nebenwirkungen dargestellt werden.

Hier sei nochmals betont, dass eine relative Risikoreduktionsangabe ohne Nennung der Basisrate keinerlei absoluten Informationsgehalt zur realistischen Einschätzung des Risikos liefert. So kann sich eine Reduktion der Sterblichkeit von 80 Prozent sowohl auf 500 zu 100 Frauen von 1.000 als auch auf 0,05 zu 0,01 beziehen.

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