Fehler bei der therapeutischen Sicherungsaufklärung

Unter dem Begriff der therapeutischen Sicherungsaufklärung versteht man die Anweisungen des Arztes, die er seinen Patienten zur Sicherstellung des Behandlungserfolgs erteilt. Hinweise und Informationen, die er dem Patient vor einer Behandlung bezüglich deren Verlauf und Risiken erteilt, fallen allerdings in den Bereich der eigentlichen Aufklärung. Zur therapeutischen Sicherungsaufklärung gehören hingegen insbesondere Hinweise und Ratschläge. Daneben zählt aber zum Beispiel auch die Anweisung zur Einnahme der verordneten Medikamente zur Sicherungsaufklärung. Sofern allerdings gravierende Nebenwirkungen eines Medikaments in Betracht kommen, handelt es sich bei der Aufklärung über diese um eine Risikoaufklärung, für die der Arzt darlegungs- und beweispflichtig ist. Im Rahmen der therapeutischen Sicherungsaufklärung muss er den Patient jedoch über die grundsätzlichen Folgen und Nebenwirkungen der medikamentösen Behandlung aufklären und ihn zur Einhaltung von entsprechenden Verhaltensmaßregeln anhalten. Hinweise des Arztes auf Verhaltensmaßregeln, die bei Operationen beachtet werden müssen, gehören ebenso dem Bereich der Sicherungsaufklärung an. Beispielhaft ist hierfür der Hinweis nach einer Augenoperation Erschütterungen zu vermeiden. Verhaltensmaßregeln, welche die allgemeinen Lebensführung betreffen, wie etwa die Anweisung, eine Diät einzuhalten, sich viel zu bewegen, nicht zu rauchen oder etwa keinen Alkohol zu trinken, sind als weitere Beispiele zu nennen.

Die Beratung als Hauptpflicht

Es gibt darüber hinaus auch Arzt-Patienten-Verhältnisse, die nicht eine Behandlung, sondern ausschließlich eine Beratung zum Gegenstand haben. Dies ist insbesondere bei der genetischen Beratung der Fall. Wenn aufgrund einer genetischen Beratung zum Beispiel eine in der Familie aufgetretene Erbkrankheit für ein geplantes Kind vom Arzt ausgeschlossen wurde, kann ein Schadenersatzanspruch aufgrund einer fehlerhaften Beratung entstehen, wenn dennoch ein erbkrankes Kind geboren wird. Ein weiters Beispiel für eine rein beratende Behandlung ist beispielsweise dann gegeben, wenn der Arzt mit dem Patient erörtert, ob eine Psychotherapie oder eine Heilkur angezeigt ist.

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