MUSTER: Wie formuliere ich den Anspruch auf Auskunft wegen unleserlicher Behandlungsunterlagen

Feb 24, 2009

Betreff:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben mir unter dem … Fotokopien der Krankenunterlagen über die Behandlung des Patienten … geboren … übersandt. Ich habe diese mittlerweile durchgesehen und dabei folgendes festgestellt:

1. Möglichkeit:

In diesen Behandlungsunterlagen sind die handschriftlichen Eintragungen unter dem Datum vom… unleserlich. Ich bitte daher, mir von den gesamten Behandlungsunterlagen, mindestens aber von der vorgenannten Passage, eine deutliche Leseabschrift zu übermitteln. Der Übersendung der Leseabschrift sehe ich binnen 2 Wochen ab Datum dieses Schreibens entgegen.

Oder:

2. Möglichkeit:

In diesen Behandlungsunterlagen finden sich Kürzel, deren Allgemeingebräuchlichkeit ich nicht feststellen und verstehen kann, deren Kenntnis, Verständnis und Aufschlüsselung aber zur Ermittlung des medizinischen Ablaufes und Sachverhaltes und zur Prüfung eines möglichen Behandlungsfehlers nötig ist:

Datum vom: … Kürzel: ...

Ich bitte Sie, mir binnen 2 Wochen ab Datum dieses Schreibens die Entschlüsselung der vorbezeichneten Abkürzungen mitzuteilen.

3. Möglichkeit:

Die Aufzeichnungen in den Behandlungsunterlagen vom … sind mit Namenskürzeln „…“ (hier die Initialen einsetzen) versehen. Ich kann diese Initialen keinem Behandler zuordnen. Nach der Rechtsprechung hat der Patient nicht nur einen Anspruch auf Herausgabe der Krankenunterlagen, sondern auch einen Anspruch auf Auskunft darauf zu erfahren, wer ihn behandelt hat. Ich bitte daher, mir binnen 2 Wochen ab Datum dieses Schreibens die vorerbetenen Auskünfte zu übermitteln.

Mit freundlichen Grüßen

Weitere Urteile und Erfolge

Zahnarzthonorar höher als im Heil- und Kostenplan angegeben

Der Zahnarzt ist verpflichtet, das zahnärztliche Honorar so genau wie möglich im Vorhinein aufzuschlüsseln. Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan vorgeschlagenen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des...

Karpaltunnelsyndroms – eine fehlerhafte Behandlung

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Kompressionssyndrom des Nervus mediarus im Bereich der Handwurzel. Diese Krankheit ist in Deutschland weit verbreitete, insbesondere sind Frauen betroffen. Die konservative Behandlung eines Karpaltunnelsystems ist zunächst durch das...

6.800 € Schadensausgleich nach Skiunfall

Unser Mandant erlitt einen Skiunfall in Österreich. Der Unfall ereignete sich ohne Verschulden seitens unseres Mandanten. Er erlitt einen Knochenbruch und musste sich mehrere Wochen in ärztliche Behandlung begeben. Wir nahmen daraufhin die Verhandlungen mit der...

50.000,- Euro Schmerzensgeld für fehlerhafte Schulteroperation

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 01.07.2014, Aktenzeichen: 26 U 4/13, der Klägerin 50.000,- Euro Schmerzensgeld aufgrund eines groben Behandlungsfehlers mit der Folge des fast vollständigen Funktionsverlustes einer Schulter zuerkannt. Die Klägerin ließ in der Klinik...

PIP- Prozess geht in die nächste Runde

Nachdem das LG Karlsruhe im Fall unserer Mandantin mit Urteil vom 25.11.2014 die Klage gegen den behandelnden Arzt, den TÜV Rheinland und die Allianz France vollumfänglich abgewiesen hatte, wurde hiergegen nunmehr Berufung zum OLG Karlsruhe eingelegt. Das Urteil des...