Die therapeutische Sicherungsaufklärung

Okt 30, 2013

Der Arzt ist grundsätzlich verpflichtet seinen Patienten über alle Umstände zu informieren, die zur Sicherung des Heilungserfolgs und zu einem therapiegerechten Verhalten und zur Vermeidung möglicher Selbstgefährdung des Patienten erforderlich sind (BGH, Urteil vom 14.09.2004- VI ZR 186/03).

So muss ein Gynäkologe eine Patientin mit familiärer Krebsvorbelastung nach Auswertung eines Mammogra-fiebefundes eindringlich darauf hinweisen, dass in der Brust erkennbare Knoten wegen der im Vergleich zum Vorbefund deutlichen Wachstumstendenz krebsverdächtig sind, daher eine histologische Abklärung medizinisch notwendig ist und sich bei Unterbleiben dieser Maßnahme eine Krebserkrankung mit dem möglichen Befall anderer Organe herausbilden könne.

Sollte ein Arzt dieser Pflicht nicht oder nur unzureichend nachkommen, liegt ein sog. Behandlungsfehler vor. Der Patient ist für Versäumnisse des Arztes dieser Art grundsätzlich beweisbelastet. Demnach muss er den Beweis dafür erbringen, dass ein medizinisch notwendiger therapeutischer Hinweis nicht erfolgte und es später infolgedessen zum Eintritt eines Schadens kam.

Weitere Urteile und Erfolge

Zahnarzthonorar höher als im Heil- und Kostenplan angegeben

Der Zahnarzt ist verpflichtet, das zahnärztliche Honorar so genau wie möglich im Vorhinein aufzuschlüsseln. Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan vorgeschlagenen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des...

Karpaltunnelsyndroms – eine fehlerhafte Behandlung

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Kompressionssyndrom des Nervus mediarus im Bereich der Handwurzel. Diese Krankheit ist in Deutschland weit verbreitete, insbesondere sind Frauen betroffen. Die konservative Behandlung eines Karpaltunnelsystems ist zunächst durch das...

6.800 € Schadensausgleich nach Skiunfall

Unser Mandant erlitt einen Skiunfall in Österreich. Der Unfall ereignete sich ohne Verschulden seitens unseres Mandanten. Er erlitt einen Knochenbruch und musste sich mehrere Wochen in ärztliche Behandlung begeben. Wir nahmen daraufhin die Verhandlungen mit der...

50.000,- Euro Schmerzensgeld für fehlerhafte Schulteroperation

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 01.07.2014, Aktenzeichen: 26 U 4/13, der Klägerin 50.000,- Euro Schmerzensgeld aufgrund eines groben Behandlungsfehlers mit der Folge des fast vollständigen Funktionsverlustes einer Schulter zuerkannt. Die Klägerin ließ in der Klinik...