Aufklärung über Behandlungsalternativen

Mrz 19, 2012

Unter gewissen Umständen muss der Arzt den Patienten auch über Behandlungsalternativen aufklären und diese mit ihm erörtern.

Wendet der Arzt eine Therapiemaßnahme an, welche dem medizinischen Standard genügt, so ist der Arzt grundsätzlich nicht verpflichtet, dem Patienten ungefragt weitere Behandlungsalternativen sowie Operationstechniken zu erläutern (BGH, NJW 1988, 763).

Bietet das alternative Verfahren jedoch eine höhere Erfolgschance und / oder kommen (wesentlich) unterschiedliche Belastungen und Risiken auf den Patienten zu, so hat der Arzt unabhängig von der Häufigkeit der vorliegenden Erkrankung, den betroffenen Patienten über die zur Wahl stehenden Alternativen aufzuklären ( OLG Oldenburg, Urt. v. 25.06.2008 – 5 U 10/08).

Bei der Nichtdurchführung eines Eingriffs handelt es sich zwar grundsätzlich nicht um eine aufklärungspflichtige alternative Behandlungsmethode, dennoch obliegt dem Arzt die Pflicht, den Patienten über das Risiko der Nichtbehandlung zu informieren (OLG Stuttgart, VersR 1987, 391; OLG München VersR 1988, 1156).

 

Weitere Urteile und Erfolge

Zahnarzthonorar höher als im Heil- und Kostenplan angegeben

Der Zahnarzt ist verpflichtet, das zahnärztliche Honorar so genau wie möglich im Vorhinein aufzuschlüsseln. Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan vorgeschlagenen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des...

Karpaltunnelsyndroms – eine fehlerhafte Behandlung

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Kompressionssyndrom des Nervus mediarus im Bereich der Handwurzel. Diese Krankheit ist in Deutschland weit verbreitete, insbesondere sind Frauen betroffen. Die konservative Behandlung eines Karpaltunnelsystems ist zunächst durch das...

6.800 € Schadensausgleich nach Skiunfall

Unser Mandant erlitt einen Skiunfall in Österreich. Der Unfall ereignete sich ohne Verschulden seitens unseres Mandanten. Er erlitt einen Knochenbruch und musste sich mehrere Wochen in ärztliche Behandlung begeben. Wir nahmen daraufhin die Verhandlungen mit der...

50.000,- Euro Schmerzensgeld für fehlerhafte Schulteroperation

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 01.07.2014, Aktenzeichen: 26 U 4/13, der Klägerin 50.000,- Euro Schmerzensgeld aufgrund eines groben Behandlungsfehlers mit der Folge des fast vollständigen Funktionsverlustes einer Schulter zuerkannt. Die Klägerin ließ in der Klinik...