Fehlerhafte Aufklärung

Dez 20, 2011

Vor einem operativen Eingriff hat der Arzt den Patienten über den Verlauf der Operation
und die Risiken aufzuklären. Geschieht dies nicht oder nur unzureichend, kann der Patient nicht wirksam in die Operation einwilligen mit der Folge, dass der Arzt grundsätzlich gegen den Willen des Patienten eine Körperverletzung begehen
würde.

Daher ist der Aufklärungsgrundsatz Ausfluss des grundsätzlich garantierten Rechts auf
Menschenwürde und körperlicher Unversehrtheit (Art. 2 I GG), weshalb eine Verletzung besonders weitreichende Folgen für den Patienten haben kann.

Die Praxis zeigt jedoch, dass Patienten oft gar nicht oder nur unzureichend aufgeklärt werden. Nicht selten kommt es vor, dass eine vermeintliche Aufklärung nur ein kurzes Gespräch ist, das sozusagen zwischen Tür und Angel stattfindet. Dabei hat der Patient
nicht die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder eine individuelle Erklärung für seinen Fall zu erhalten.

Sofern der Arzt den Patienten über ein Risiko nicht aufklärt, und sich dieses Risiko
verwirklicht, können dem Geschädigten Schadensersatzansprüche zustehen.

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