Private Unfallversicherung: Allergische Reaktion als Unfallereignis

Apr 12, 2012

In einem aktuellen Urteil entschied das OLG München, dass eine Unfallversicherung u.U. auch für Folgen einer allergischen Reaktion leisten muss (Az.: 14 U 2523/11).

 Der Entscheidung zugrunde lag der Tod eines Jugendlichen. Dieser hatte vermutlich Schokolade zu sich genommen, die Nüsse enthielt und aufgrund dessen eine allergische Reaktion erlitten. Die private Unfallversicherung der Mutter wollte nach dem Tod des mitversicherten Jungen nicht leisten. Das Erstgericht gab dem Versicherer Recht und urteilte, dass ein Unfallereignis nicht vorliege.

Anders sah dies jedoch das OLG. Die durch den unbewussten bzw. versehentlichen Verzehr von Allergenen ausgelöste körperliche Reaktion sei als plötzlich von außen auf den Körper einwirkendes Ereignis anzusehen und damit als Unfall i.S.d. § 178 Abs.2 VVG. Insbesondere sei auch die Voraussetzung der Unfreiwilligkeit erfüllt, da sich diese auf die Gesundheitsschädigung und nicht auf die Einwirkung von außen beziehe.

Darüber hinaus scheide eine Leistungspflicht auf nicht aufgrund der Mitwirkung von bereits vorhandenen Krankheiten aus. Allein das Vorhandensein von Allergien sei noch nicht als Krankheit in diesem Sinne einzuordnen. Denn das Erfordernis einer ärztlichen Behandlung- welches maßgeblich für eine Einordnung als Krankheit wäre- bestehe nicht, solange der allergene Nahrungsmittelbestandteil vermieden wird.

Weitere Urteile und Erfolge

Zahnarzthonorar höher als im Heil- und Kostenplan angegeben

Der Zahnarzt ist verpflichtet, das zahnärztliche Honorar so genau wie möglich im Vorhinein aufzuschlüsseln. Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan vorgeschlagenen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des...

Karpaltunnelsyndroms – eine fehlerhafte Behandlung

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Kompressionssyndrom des Nervus mediarus im Bereich der Handwurzel. Diese Krankheit ist in Deutschland weit verbreitete, insbesondere sind Frauen betroffen. Die konservative Behandlung eines Karpaltunnelsystems ist zunächst durch das...

6.800 € Schadensausgleich nach Skiunfall

Unser Mandant erlitt einen Skiunfall in Österreich. Der Unfall ereignete sich ohne Verschulden seitens unseres Mandanten. Er erlitt einen Knochenbruch und musste sich mehrere Wochen in ärztliche Behandlung begeben. Wir nahmen daraufhin die Verhandlungen mit der...

PIP- Prozess geht in die nächste Runde

Nachdem das LG Karlsruhe im Fall unserer Mandantin mit Urteil vom 25.11.2014 die Klage gegen den behandelnden Arzt, den TÜV Rheinland und die Allianz France vollumfänglich abgewiesen hatte, wurde hiergegen nunmehr Berufung zum OLG Karlsruhe eingelegt. Das Urteil des...

50.000,- Euro Schmerzensgeld für fehlerhafte Schulteroperation

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 01.07.2014, Aktenzeichen: 26 U 4/13, der Klägerin 50.000,- Euro Schmerzensgeld aufgrund eines groben Behandlungsfehlers mit der Folge des fast vollständigen Funktionsverlustes einer Schulter zuerkannt. Die Klägerin ließ in der Klinik...