Rechtsschutzversicherung verurteilt Deckungszusage zu erteilen

Mrz 14, 2012

Da die Rechtsschutzversicherungen die Versicherungsnehmer im Schadensfall häufig im Stich lassen und mit fragwürdigen Argumenten den Deckungsschutz verweigern, bleibt unseren Mandanten oft keine andere Möglichkeit als ihre Rechtsschutzversicherung zu verklagen. Nunmehr haben wir für unsere Mandantin im folgenden Fall ein positives Urteil erstritten.

Im Einzelnen:

Bei unserer Mandantin wurde eine Brustkrebserkrankung diagnostiziert, welche in der Folgezeit operativ und mit Chemotherapie und Bestrahlung behandelt wurde. Aufgrund dessen entwickelte unsere Mandantin eine schwere reaktive Depression, sodass diese bis heute vollständig nicht mehr in der Lage ist, ihren Beruf auszuüben. Unsere Mandantin ist ärztlich arbeitsunfähig krankgeschrieben, seither liegt ein Grad der Berufsunfähigkeit in Höhe von mindestens 90-100% vor, es ist auch noch nicht beurteilbar, ob die Berufsunfähigkeit in Zukunft abnehmen wird, oder der Grad der Berufsunfähigkeit künftig verbleiben wird. Unsere Mandantin unterhält eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung. Nach dem Versicherungsvertrag ist im Falle der Berufsunfähigkeit eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 1.000,00 Euro (zzgl. Erhöhungen, Überschuss usw.)  sowie die volle Befreiung von der Beitragspflicht vereinbart.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung erkannte die Leistungspflicht zugunsten unserer Mandantin jedoch nicht vollständig an, sodass die Mandantin uns mit der Geltendmachung ihrer Ansprüche beauftragt hat.

Wir taten daraufhin alles Erforderliche um eine Deckungszusage für diesen Fall zu erhalten, dennoch lehnte die Rechtsschutz Union Schaden GmbH die Deckung ab.

Das Landgericht München I hat die Rechtsschutzunion Schaden GmbH verurteilt, die Deckungszusage für den Rechtsstreit gegen die Lebensversicherung zu erteilen.

Urteil im Volltext: Rechtsschutzversicherung zur Deckung verurteilt

Das Landgericht führt in seiner Entscheidung aus, dass der Rechtsschutz Union Schaden GmbH ausreichend Informationen für die Deckung vorlagen und diese damit Ihrer Pflicht zur Deckung nachzukommen hat. Ferner hat die Hauptsache unserer Mandantin Aussicht auf Erfolg. Das Gericht weist ferner darauf hin, dass aus dem vorgerichtlichen Schreiben der Rechtsschutz Union Schaden GmbH nicht hinreichend hervorgeht, dass sich diese mit unserem Vorbringen hinsichtlich der Deckungsanfrage auseinander gesetzt hätte.

 

 

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