Veralterung von Behandlungsmethoden

Feb 19, 2013

Der Arzt schuldet dem Patienten grundsätzlich nur  eine dem fachärztlichen und dem wissenschaftlichen Stand entsprechende Behandlung jedoch keinen Behandlungs- oder Heilerfolg.

Der medizinische Standard entwickelt sich aber immer weiter. Es kann daher bei einem Patienten zu einer Behandlung mit nicht mehr zeitgemäßen Behandlungsmethoden kommen, wenn der Arzt seine Sorgfaltspflicht gem. § 276 I 2 BGB verletzt hat.

Eine Behandlungsmethode ist aber erst dann als veraltet zu bewerten, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

–          Die neue Methode hat  weniger Risiken oder verspricht bessere Heilungschancen.

–          Die neue Methode ist im Wesentlichen unumstritten.

–         Die Anwendung ist daher von einem sorgfältigen und auf Weiterbildung bedachten Arzt verantwortet werden kann.

Daher liegt ein Behandlungsfehler dann vor, wenn der Arzt diese gesicherten neuen medizinischen Erkenntnisse missachtet, denn damit verstößt der Arzt gegen den geschuldeten Facharztstandard und macht sich Schadensersatzpflichtig.

Weitere Urteile und Erfolge

Zahnarzthonorar höher als im Heil- und Kostenplan angegeben

Der Zahnarzt ist verpflichtet, das zahnärztliche Honorar so genau wie möglich im Vorhinein aufzuschlüsseln. Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan vorgeschlagenen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des...

Karpaltunnelsyndroms – eine fehlerhafte Behandlung

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Kompressionssyndrom des Nervus mediarus im Bereich der Handwurzel. Diese Krankheit ist in Deutschland weit verbreitete, insbesondere sind Frauen betroffen. Die konservative Behandlung eines Karpaltunnelsystems ist zunächst durch das...

6.800 € Schadensausgleich nach Skiunfall

Unser Mandant erlitt einen Skiunfall in Österreich. Der Unfall ereignete sich ohne Verschulden seitens unseres Mandanten. Er erlitt einen Knochenbruch und musste sich mehrere Wochen in ärztliche Behandlung begeben. Wir nahmen daraufhin die Verhandlungen mit der...

50.000,- Euro Schmerzensgeld für fehlerhafte Schulteroperation

Das OLG Hamm hat mit Urteil vom 01.07.2014, Aktenzeichen: 26 U 4/13, der Klägerin 50.000,- Euro Schmerzensgeld aufgrund eines groben Behandlungsfehlers mit der Folge des fast vollständigen Funktionsverlustes einer Schulter zuerkannt. Die Klägerin ließ in der Klinik...