Verletzungen durch Elektrokauter

Nov 8, 2013

Hierbei handelt es sich um Hochfrequenz- oder Elektrochirurgiegeräte. Durch fehlerhaften Einsatz können schwerste Verbrennungen beim Patienten hervorgerufen werden.

Solche Verletzungen müssen ärztlicherseits voll ausgeschlossen werden. So stellt der BGH klar, dass Verbrennungen bei vorschriftsmäßiger Bedienung eines Elektrokauters (bzw. sonstiger Hochfrequenzchirurgiegeräte) nicht auftreten können, da von einem Arzt die erforderliche Sachkunde im Umgang verlangt werden kann. Verletzungen beruhen daher erfahrungsgemäß (Anscheinsbeweis) auf einer schuldhaften Nichtbeachtung der Gebrauchsvorschriften, vgl. BGH VersR 1955, 573; BGH NJW 1997, 2876.

Kommt es folglich beim Einsatz eines Elektrokauters zu Verbrennungen beim Patienten, kann von dem eingetretenen Verbrennungsschaden auf das Vorliegen eines Behandlungsfehlers geschlossen werden (Martis/Winkert, Arzthaftungsrecht, 3. Auflage 2010 S. 35; Riegert/Riedel, Die Haftung für Verbrennungen bei Anwendung von Elektro- Chirurgiegeräten, MedR 2009, S. 83 ff.).

Das OLG Saarbrücken billigte einer Patientin ein Schmerzensgeld iHv. € 7.500 zu, da nach Auffassung des Gericht nach den Grundsätzen des Anscheinsbeweises davon auszugehen sei, dass dem Arzt ein schuldhafter Behandlungsfehler zur Last falle, wenn es bei der Anwendung eines Hochfrequenz- Chirurgiegerätes zur äußerlichen Verbrennung kommt(OLG Saarbrücken VersR 1991, 1289 (1290)).

Weitere Urteile und Erfolge

Zahnarzthonorar höher als im Heil- und Kostenplan angegeben

Der Zahnarzt ist verpflichtet, das zahnärztliche Honorar so genau wie möglich im Vorhinein aufzuschlüsseln. Eine Erhöhung des im Heil- und Kostenplan vorgeschlagenen Honorars ist nur dann gerechtfertigt, wenn nicht vorhersehbare Umstände zu einer Erhöhung des...

Karpaltunnelsyndroms – eine fehlerhafte Behandlung

Das Karpaltunnelsyndrom, eine Kompressionssyndrom des Nervus mediarus im Bereich der Handwurzel. Diese Krankheit ist in Deutschland weit verbreitete, insbesondere sind Frauen betroffen. Die konservative Behandlung eines Karpaltunnelsystems ist zunächst durch das...

6.800 € Schadensausgleich nach Skiunfall

Unser Mandant erlitt einen Skiunfall in Österreich. Der Unfall ereignete sich ohne Verschulden seitens unseres Mandanten. Er erlitt einen Knochenbruch und musste sich mehrere Wochen in ärztliche Behandlung begeben. Wir nahmen daraufhin die Verhandlungen mit der...

PIP- Prozess geht in die nächste Runde

Nachdem das LG Karlsruhe im Fall unserer Mandantin mit Urteil vom 25.11.2014 die Klage gegen den behandelnden Arzt, den TÜV Rheinland und die Allianz France vollumfänglich abgewiesen hatte, wurde hiergegen nunmehr Berufung zum OLG Karlsruhe eingelegt. Das Urteil des...